Freitag, 18. Oktober 2013
Sechs
Es ist still, aber nicht friedlich. Der Raum ist leer. Ich weiß nicht, wie oft ich es noch versuchen soll. Im Moment ist jeder Tag ein neuer Versuch. Diese Traurigkeit zieht mich wieder in ihren Bann.
Wenn ich mich dann in ihren Fängen befinde, stelle ich erschrocken fest: Es scheint niemanden zu interessieren, geschweige denn aufzufallen.
Heute fragt er mich, ob ich wieder blogge. Ich erwidere nichts. Er fragt, ob er sich Sorgen machen muss. Ich zucke mit den Schultern. Er meint, ich sei kein kleines Kind und habe ein Stück Eigenverantwortung. Ich solle mich melden. Ich solle mich auch bei der neuen Therapeutin melden, bei der ich sofort einen Platz kriegen könnte, auch wenn es mir nicht so gefallen habe dort.
Es ist Freitagabend und ich merke, dass sich niemand bei mir meldet. Dass ich mich bei niemandem melde. Dass ich wie an vermutlich 52 Freitagabenden zuvor auf dem Sofa liege und sinnlos in den Fernseher starre. Es tut weh, mir das einzugestehen. Es tut verdammt weh zu merken, dass ich hier keine Freunde habe.
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